US - Raumfahrt

Keine Rückkehr auf den Mond, dafür bemannte Flüge zu Asteroiden ab 2025, ein Jahrzehnt darauf der Vorstoß zum Mars: Mit dieser Vision hat Präsident Barack Obama die Zukunft des Raumfahrtprogramms der USA neu abgesteckt. In einer Grundsatzrede am Donnerstag im Kennedy Space Center in Florida verteidigte Obama seine Entscheidung, auf das von Vorgänger George W. Bush geplante Mondprogramm zu verzichten.
"Ich muss es ganz offen sagen: Wir waren dort schon", sagte Obama: "Es gibt viel mehr im Weltall zu erkunden." Bis 2025 sollen die USA nach den neuen Plänen über Raumschiffe für Reisen jenseits des Erdtrabanten verfügen. Mit diesen würden erstmals Astronauten auf einem Asteroiden landen, kündigte Obama an. Mitte der 2030er Jahre sollten dann Menschen in die Umlaufbahn des Mars vordringen. "Eine Landung auf dem Mars wird folgen", erklärte der Präsident, "und ich beabsichtige, es zu erleben."
Obamas Rede zur Zukunft der US-Weltraumbehörde Nasa war mit Spannung erwartet worden, nachdem die bereits im Februar verkündete Aufgabe des Mondprogramms zu heftigen Kontroversen geführt hatte. Im Kongress stießen Obamas Pläne auf heftigen Widerstand. Vor allem Abgeordnete aus den wichtigen Bundesstaaten Texas und Florida machten mobil, wo zehntausende Nasa-Arbeitsplätze gefährdet sind.
Neil Armstrong, einst der erste Mann auf dem Mond und in den USA eine Legende, schrieb mit den Astronauten-Kollegen James Lovell und Eugene Cernan zu Wochenbeginn einen Brandbrief an Obama: Der geplante Abschied vom Mondprogramm werde sich verheerend auf die Nasa auswirken. Die USA könnten zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert zu einer zweit- oder drittklassigen Raumfahrtnation zurückfallen.
Obama verteidigte die Entscheidung, die Mondpläne seines Vorgängers zu verwerfen. Bush hatte 2004 angekündigt, US-Astronauten würden bis 2020 auf den Mond zurückkehren und dort eine dauerhafte Station errichten. Später wollte auch Bush zum Mars aufbrechen. Die Nasa hat für das Mondprogramm bereits rund neun Milliarden Dollar in die Entwicklung der Raumkapsel Orion, der Mondlandefähre Altair sowie der Ares-Raketen gesteckt. Obama hatte das Programm ursprünglich ganz streichen wollen. Eine vom Präsidenten eingesetzte Kommission hatte das Mondprogramm zuvor als überteuert und unrealistisch verrissen. Stattdessen sollten private Raumfahrt-Unternehmen Alternativen für die Space-Shuttle-Fähren entwickeln, die Ende des Jahres stillgelegt werden.
Nun kündigte Obama an, zumindest eine abgespeckte Orion-Version solle als Rettungskapsel für die internationale Raumstation ISS gebaut werden. Damit kommt er Kritikern teilweise entgegen. Überdies solle die Lebensdauer der ISS um voraussichtlich fünf Jahre verlängert werden. Auch werde man 40Millionen Dollar für die Umschulung von Nasa-Mitarbeitern bereitstellen, die ihre Jobs durch die Aufgabe des Mondprogramms verlieren.
Kern von Obamas Weltraum-Plänen sind aber die angekündigten Vorstöße ins ferne Weltall. Dazu soll die Nasa eine völlig neuartige Schwerlastrakete entwickeln. In den nächsten fünf Jahren würden dafür 3,1 Milliarden Dollar bereitgestellt, sagte Obama. Spätestens 2015 werde eine Entscheidung über das Design fallen, kündigte er an. Die neuen Ziele nannte der Präsident eine "transformative Agenda für die Nasa". Die USA würden im Weltall erneut Grenzen durchstoßen.







