OPEL
Schon kurz nach dem Beginn der Automobilproduktion im Jahr 1899 werden die ersten Modelle zu Rennveranstaltungen geschickt. Der ersten Sieg datiert aus dem März im Jahr 1901, als der Opel-Patent-Motorwagen "System Lutzmann" mit Heinrich von Opel am Steuer das Bergrennen auf dem Königsstuhl bei Heidelberg gewann.
Einer der frühen Helden in der Opel-Motorsport-Historie war Werksfahrer Carl Jörns, der mit insgesamt 288 Siegen bei Sprint- und Bergrennen eines der erfolgreichsten Kapitel in der Opel-Rennsporthistorie schreiben konnte. Schon 1914 brachte es der eigens konstruierte 12,3 Liter-Rekordwagen auf sagenhafte 260 PS.
Ende der 1920er Jahre blieb vor allem das Raketenprogramm unter der Leitung von Fritz von Opel in Erinnerung. 1928 stellte der Enkel des Firmengründers Adam Opel auf der Berliner Avus einen neuen Streckenrekord auf. Mit dem monströsen Raketenwagen RAK 2 ließ sich "Raketen-Fritz" dank 120 Kilogramm Sprengstoff im Heck auf 235 km/h katapultieren.
Mit dem zweiten Weltkrieg kam das Motorsport-Programm allerdings erst einmal zum Erliegen. Erst 1962 wurde die alte Tradition mit dem Kadett A wiederbelebt. Der kleine Zweitürer wurde von einem Einliter-Motor mit 40 PS angetrieben und bildete die Basis für ein erfolgreiches Breitensport-Programm. Auf der Rundstrecke war der kleine Opel zwar zunächst unterlegen, auf der Rallye-Piste konnte er aber schon früh seine hohe Zuverlässigkeit ausspielen.
Mit einem von selbstgebauten Monoposto mit einem mittig eingebauten Kadett-Triebwerk war der ehemalige Sportfahrer und Autohändler Harry Merkel Mitte der 1960er Jahre sogar in der Formel 2-Klasse unterwegs. Dank des 80 PS-Aggregats und konsequentem Leichtbau kam der nur 400 Kilogramm schwere Merkel Panther 3 Opel bereits 1964 auf eine Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h.
Der ganz große Triumph auf internationaler Ebene folgte allerdings erst Mitte der 1970er Jahre durch Rallye-Legende Walter Röhrl. Lange vor den großen Gruppe B-Erfolgen mit Audi war der Regensburger bereits erfolgreich für Opel unterwegs. Mit zwei Europameistertiteln 1974 (Ascona A) und 1979 (Ascona B) machte sich Röhrl schnell einen Namen in der Szene. 1982 folgte dann der mit dem Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft der größte Triumph für Opel. Dabei gewann Röhrl zusammen mit Beifahrer Christian Geistdörfer auch die prestigeträchtigen Läufe in Monte Carlo und an der Elfenbeinküste.
Nach dem Verbot der Gruppe S-Boliden verlegte Opel ab 1988 den Schwerpunkt seines Motorsport-Engagements jedoch wieder auf die Rundstrecke. Mit Kadett und Omega begann die erfolgreiche Tourenwagen-Ära der Rüsselsheimer. Ab 1993 war es vor allem der spektakuläre Calibra V6 mit Allradantrieb, der die Fans begeisterte. Für den ersten Sieg in der DTM sorgte 1994 Manuel Reuter im britischen Donington. Der Werksfahrer war es schließlich auch, der den ersten Seriensieg in der ITC 1996 einfuhr. Mit dem Calibra-Nachfolger Vectra wurde Opel außerdem 1998 Markenmeister in der STW. Neben den Meisterschaftserfolgen konnte Manuel Reuter 2003 im Astra V8 Coupé auch das 24h-Rennen am Nürburgring gewinnen.
Auch im Formel-Sport zeigten sich die Rüsselsheimer aktiv. Von 1988 bis 1998 trug der Autobauer die Markenserie Formel Opel aus. Bis heute stellt die Performance-Abteilung Motoren für die Formel 3 her. Ernsthafte Ambitionen in die Königsklasse Formel 1 einzusteigen gab es allerdings nie.
Nach dem Ausstieg aus der DTM zum Ende des Jahres 2005 gab es nur noch kleinere Rennsport-Projekte. So wurde 2007 wurde das Nachwuchs-Förderprogramm OPC-Racecamp ins Leben gerufen, bei dem ausgewählte Talente im Astra OPC am 24h-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen können. Im Kundesportbereich legt Opel wieder den Fokus auf den Rallye-Sport. Mit dem Opel Corsa 1.600 finden junge Driftkünstler hier ein ideales Einstiegsfahrzeug.







