Fußball
Fußball ist eine Ballsportart, bei der zwei Mannschaften mit dem Ziel gegeneinander antreten, mehr Tore als der Gegner zu erzielen und so das Spiel zu gewinnen. Die Spielzeit ist üblicherweise 2 × 45 Minuten, jedoch gibt es auch Variationen, bei der die Spielzeit kürzer oder länger ist. Eine Mannschaft besteht in der Regel aus elf Spielern, wovon ein Spieler der Torwart ist. Der Ball darf mit dem Fuß und anderen Körperteilen gespielt werden, mit Ausnahme der Hände und Arme. Nur der Torwart darf den Ball innerhalb des eigenen Strafraums auch mit diesen Körperteilen spielen.
Fußball entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien und breitete sich ab den 1880er und 1890er Jahren in Kontinentaleuropa und anderen Kontinenten aus und gilt mittlerweile als weltweit beliebteste Mannschaftssportart.
Fußball
Die ersten Vorläufer des Fussballs entstanden nach Überlieferungen im 3.Jahrhundert v.Chr. im Bereich des heutigen China. Dieses Spiel wurde im Rahmen von militärischen Ausbildungen ausgeübt.
Die ersten europäischen Spuren eines fussballähnlichen Spiels finden sich in Grichenland - im Bereich von Sparta. Auch dies ist auf die in dieser Region hoch angesehene körperliche Ertüchtigung zurückzuführen.
Die Anfänge
Im 12. Jahrhundert beteiligten sich in Frankreich Frauen genau so wie Männer an einem Spiel namens la sioule, einem Vorläufer des heutigen Fußballs. Auch bei den Inuit nahmen Frauen an einem fußballähnlichen Spiel teil.
Als 1863 Fußball durch die internationale Vereinheitlichung der Regeln zu einer Sportart wurde, spielten auch Mädchen an englischen Schulen dieses Spiel.
1894 wurde das erste britische Frauen-Fußballteam, die British Ladies, von Nettie Honeyball gegründet. Das erste Spiel der Fußballerinnen, England-Nord gegen England-Süd am 23. März 1895, das mit 7:1 endete, wurde von gut 10.000 Zuschauern verfolgt. Fußballerinnen trugen Hütchen auf den Köpfen und Röckchen über Knickerbockern, um den Anstand zu wahren.
Den größten Aufschwung erlebte der Fußball bei den Frauen während des ersten Weltkrieges. Die klassische Rollenverteilung wurde aufgehoben, weil die Männer in den Krieg zogen. Durch die gemeinsame Arbeit der Frauen entstand ein Gemeinschaftsgefühl, und die Vorherrschaft der Männer wurde von der Emanzipation in allen Bereichen durchbrochen. Fußball als klassische Männerdomäne wurde von den Frauen in Anspruch genommen.
In Deutschland spielten Frauen um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert eine Art Fußball, bei dem sie sich im Kreis stehend den Ball gegenseitig zuspielten.
Während der Frauenfußball in anderen europäischen Ländern in den 1920er Jahren einen ersten Höhepunkt erreichte, wurde der Sport in Deutschland kaum betrieben. Seine Wurzeln liegen wohl im akademischen Bereich, wobei man sich vergegenwärtigen muss, dass es in den frühen 1920er Jahren kaum mehr als 1000 Studentinnen im Land gab.
Das Spiel mit dem Ball nach Art der Männer galt für Frauen als moralisch verwerflich; so beschwerte sich der Deutsche Turnbund über in kurzen Hosen spielende Studentinnen der Deutschen Studentenvereinigung (DSV), solcherlei Auftreten sei "künftigen deutschen Akademikerinnen unangemessen".
Erste organisierte Spiele von Studentinnen fanden im Rahmen der Deutschen Hochschulmeisterschaften 1922 statt.
Das erste dokumentierte Ergebnis eines Spiels zwischen Frauenmannschaften war ein 2:1 einer Münchner gegen eine Berliner Elf im Jahr 1927.
1930 entstand in Frankfurt der erste „Damen-Fußball-Club“; dieser konnte aber nur gegen Männermannschaften antreten und wurde nach vielfachen Protesten nach einem Jahr aufgelöst.
In der Zeit des Nationalsozialismus passte der Frauenfußball nicht zu dem angestrebten Frauenbild und war daher politisch unerwünscht.
Erst in den 1950er-Jahren kam es zu erneuten Bildungen von Frauenmannschaften als Verein oder Abteilung.
In der DDR wurde 1968 mit der BSG Empor Mitte-Dresden die erste Frauenfußballmannschaft gegründet.
Als das deutsche Männerteam 1954 die Fußball-Weltmeisterschaft gewann, kam in Deutschland die Diskussion um den Fußball der Frauen erneut auf. 1955 beschloss der DFB auf seinem Verbandstag, das Fußballspielen mit Damenmannschaften zu unterbinden. Er verbot den ihm angeschlossenen Vereinen, Frauenabteilungen zu gründen oder Sportstätten zur Verfügung zu stellen. Als Begründung für das Verbot hieß es in der entsprechenden Erklärung des DFB unter anderem: „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.“ Zudem gab der DFB in seiner Begründung eine angeblich gesundheitsschädigende Wirkung des Sportes auf Frauen an, da dadurch ihre Gebärfähigkeit beeinträchtigt würde.
Trotzdem spielten Frauen weiterhin in eigenen Vereinen oder als Abteilungen von Vereinen, die nicht dem DFB unterstanden, wie beispielsweise die Frauen-Fußballabteilung der Frankfurter Schützengemeinschaft Oberst Schiel.
Am 30. Juli 1955 kam es zu einem Zwischenfall als der niederrheinische Fußballverband beim Spiel zwischen DFC Duisburg-Hamborn und Gruga Essen den Sportplatz zwangsweise räumen ließ. Nach der WM 1954 tummelten sich vor allem im Ruhrgebiet eine stolze Anzahl von Frauenteams und maßen immer wieder untereinander die Kräfte. Die beste Mannschaft dieser Zeit war Fortuna Dortmund.
Die Hoffnung des DFB, mit seinem Verbot des Frauenfußballs auf seinem Bundestag am 30. Juli 1955 und durch die nachfolgende Bestätigung am 16. November 1957 dem Frauenfußball ein Ende bereitet zu haben, erfüllte sich nicht. Trotz dieses Verbotes kam es bis 1963 zu 70 Länderspielen.
Der Kaufmann Willi Ruppert gründet zunächst 1956 den Westdeutschen Damenfußballverband, im Folgejahr vereinnahmt er sogar den Titel des Deutschen Damenfußballverbandes.
Im September 1956 kam es zu einer Premiere im deutschen Frauenfußball: In Essen liefen vor 18.000 Zuschauern erstmals Spielerinnen im typisch deutschen schwarz-weißen Dress auf. Sie trugen den Bundesadler auf der Brust und sangen die Nationalhymne - das erste Länderspiel gewann die deutsche Frauen-Fußballmannschaft 2:1 gegen Holland.
Frauenfußball in Deutschland
Verpönt: Die Zeit bis zum formalen Verbot 1955
Die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland erzählt von einem harten Kampf für Gleichberechtigung und Anerkennung.
Ähnlich wie im Männersport wurde Fußball auch unter Frauen in den 1920er Jahren immer beliebter. Fußball spielende Frauen fanden sich vor allem unter den Arbeiterinnern, gemischte Mannschaften waren zu dieser Zeit keine Seltenheit.
Internationale Wettbewerbe
Bereits 1975 wurde in Hongkong die erste Asienmeisterschaft veranstaltet, an der vier südostasiatische Mannschaften und die beiden ozeanischen Teams aus Australien und Neuseeland teilnahmen. 1983 folgte der 1. Women's Oceania Cup mit vier Teilnehmern.
Die UEFA veranstaltet seit 1984 die Fußball-Europameisterschaft der Frauen, zunächst in unregelmäßigen Abständen, seit 1997 alle vier Jahre.
Rekordeuropameister ist Deutschland mit bislang sieben EM-Titeln.
Auf dem 45. FIFA-Kongress 1986 forderte die Delegierte des norwegischen Fußballverbands, Ellen Wille, dazu auf, den Frauenfußball stärker zu fördern. Beim damaligen FIFA-Präsidenten Havelange stieß sie auf offene Ohren.
Die erste Frauen-Fußball-WM fand 1991 in China statt. In der Folgezeit wurden wie bei den Männern alle vier Jahre Weltmeisterschaften veranstaltet.
Amtierende Weltmeisterinnen sind die deutschen Frauen, die in der Weltrangliste derzeit auf dem 2. Platz stehen.
Als Qualifikation für die erste Weltmeisterschaft fanden auch 1991 die ersten Meisterschaften in Afrika mit letztlich vier Teilnehmern, in Mittel- und Nordamerika mit acht teilnehmenden Teams und in Südamerika mit drei Startern statt.
Seit 1996 ist Frauenfußball Teil des olympischen Programms. Im Gegensatz zu den Männern gibt es bei den Olympischen Spielen keine Altersbegrenzung für die Frauen, so dass dort die A-Nationalmannschaften antreten.
Im Jahr 2004 erntete Sepp Blatter, Präsident des Weltfussballverbandes FIFA, Kritik von Spielerinnen- und Frauenverbänden, nachdem er in Interviews im Schweizer Sonntagsblick gefordert hatte, dass die Sportkleidung der Fußballspielerinnen „femininer“ gestaltet werden solle. Diese Maßnahme sollte neue Geldgeber, etwa aus der Kosmetik- und Modeindustrie, anlocken. Blatter verglich seine Idee mit der Entwicklung im Volleyball.
Seit der Spielzeit 2001/2002 richtet die UEFA den UEFA Women’s Cup aus, den europäischen Meisterpokal der Frauen. Dieser wurde analog zum Männerwettbewerb zur Saison 2009/2010 in UEFA Women’s Champions League umbenannt. Seit 2009 veranstaltet die CONMEBOL das südamerikanische Äquivalent, die Copa Libertadores Femenina.
Mittlerweile bewegt sich der Frauenanteil in der FIFA um die 10 Prozent; am höchsten liegt er in den USA mit 40 Prozent.
Frauenfußball heute
Die höchste deutsche Spielklasse ist die Bundesliga. Ihre Einführung wurde 1989 beschlossen und zur Saison 1990/91 nahmen 20 Mannschaften, eingeteilt in zwei Gruppen, den Spielbetrieb auf.
Ende der 1990er Jahre war Frauenfußball in Deutschland zwar immer noch eine Randsportart, dennoch wuchs die Akzeptanz ebenso wie die Zuschauerzahlen langsam, aber stetig.
1989 schaffte die deutsche Nationalmannschaft erstmals die Qualifikation für die Europameisterschaft und gewann sie durch einen 4:1-Sieg gegen Norwegen. Als Siegprämie erhielt jede Nationalspielerin ein Kaffeeservice.
Die Nationalmannschaft unter Gero Bisanz sammelte in den 1990er Jahren fleißig Titel. Tina Theune-Meyer löste am 1. August 1996 Gero Bisanz als Nationaltrainerin ab. Im Jahre 2001 wurde wieder eine Europameisterschaft in Deutschland ausgetragen. Die deutsche Mannschaft gewann wiederum das Finale, welches in Ulm ausgetragen wurde.
2003 wurde die deutsche Nationalmannschaft in den USA Weltmeister und erstmals zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt.
2007 konnte sie den WM-Titel unter der neuen Trainerin Silvia Neid in China verteidigen. Für den Weltmeistertitel 2007 gab es pro Spielerin eine Prämie von 50.000 Euro.
Seit ihrer Teilnahme an der Europameisterschaft 1989 errang die deutsche Frauennationalmannschaft, bis auf 1993, durchgehend den Titel des Europameisters und kam so zu mittlerweile 7 Europameister-Titeln.
Im April 2009 wurde beim Freundschaftsspiel gegen Brasilien mit 44.825 Zuschauern ein Zuschauer-Europarekord für ein Frauenfußballspiel aufgestellt und beim Spiel gegen die USA im Ende Oktober 2009 war die neugebaute Augsburger impuls arena mit 28.367 Zuschauern erstmals ausverkauft.
2011 findet dieFrauenfußball-WM erstmalig in Deutschland statt. Das Eröffnungsspiel am 26. Juni zwischen Deutschland und Kanada brachte mit 73.680 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion einen neuen europäischen Zuschauerrekord. Die Weltmeisterschaft endete für Deutschland schon im Viertelfinale gegen Japan mit einem Endstand von 0:1.
Die deutschen Vereine konnten bisher sechsmal den UEFA Women’s Cup, sowie dessen Nachfolger, die UEFA Women’s Champions League, gewinnen.







