Die Woche
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Das Wort Woche geht auf das germanische Wort für Reihenfolge, Wechsel zurück und stellt sich neben das Wort „Wache“, indem nämlich die Planetengötter der jeweils ersten Stunde eines Tages über den ganzen Tag wachten und nach sechs weiteren Tagen wieder an die Reihe kamen.
Somit besteht wahrscheinlich auch Verwandtschaft mit lateinisch vices (Wechsel).
Die Zusammenfassung von sieben Tagen zu einer Einheit von einer Woche kann mit der Länge eines Monats (Mondes) erklärt werden, der etwas mehr als 28 Tage umfasst. Die vier Mondphasen (Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Halbmond) erlauben dann eine naheliegende Einteilung der 28 Monatstage in vier Wochen zu je sieben Tagen.
Eine alte Namensgebung und Reihenfolge der Wochentage stammt aus Babylonien und Ägypten, wo bereits im Alten Reich der Monat in die vier Mondphasen eingeteilt und damit verbunden religiöse Opfer dargebracht wurden. Jedem Tag wurde dabei eine Gottheit zugeordnet.
Großen Einfluss hatte der hellenistische Astronom Vettius Valens, der jeder Stunde des Tages einen Planetengott als Stunden-Herrscher zuordnete, wobei der Herrscher über die jeweils erste Stunde dem Tag den Namen gibt.
Wochentags-Heptagramm für Planeten oder Wochentage

Die Reihenfolge der Wochentage basiert auf folgender antiken Regel, die über babylonische, alt-indische, jüdische, dann griechisch-römische Wege auch nach Nordeuropa kam:
Wochentags-Heptagramm für Planeten oder Wochentage
Jeder Stunde des Tages wurde ein Planetengott als Stunden-Herrscher zugeordnet. Der Herrscher über die jeweils 1. Stunde gibt dem Tag den Namen. Zum besseren Verständnis des Weiteren fertige man sich zuvor eine Skizze an: Die sichtbar wandelnden Himmelskörper (folglich werden hier auch Sonne und Mond als Planeten bezeichnet) werden in der Reihenfolge zunehmender Geschwindigkeit (geozentrisch gesehen) auf einem Kreis im Uhrzeigersinn notiert : Saturn Jupiter Mars Sonne Venus Merkur Mond. (Anordnung in Form der Spitzen eines 7-Sternes)
Als Beispiel fangen wir bei Saturn als Stundenherrscher der ersten Stunde eines Tages an. Der Tagesname ist demnach „Saturn-Tag“ = Saturday (= Samstag). (Die 1. Stunde des Tages wird von Saturn beherrscht.) Die 2. vom nächstschnelleren Planeten = Jupiter. Die 3. vom nächstschnelleren = Mars etc. Zählt man nun im Uhrzeigersinn bis zum Herrscher der 25. Stunde, ist man bei der Sonne angelangt.
Die „25. Stunde eines Tages“ ist aber die 1. des darauffolgenden Tages. Also heißt dieser: Sonntag. Nun wieder - mit der Sonne beginnend - bis zum 25. „Herrscher“ zählen. Man erreicht den Mond. Der nächste Tag heißt also Mond-Tag. Man kann sich das Abzählen anhand der Skizze erleichtern: Es ist festzustellen, dass man immer zum 25. Herrscher gelangt, wenn man - beim jeweiligen 'Tagesherrscher' beginnend - in Uhrzeiger- (oder Lese-)Richtung (d.h. zunehmender Geschwindigkeit) 2 Planeten überspringt. Überspringt man also vom Mond aus 2 Planeten, landet man bei Mars. Mars ist Herrscher über die erste Stunde des neuen Tages = Marstag. Entspricht französisch Mardi, italienisch Martedi (Dienstag von thiu, germanischer Kriegsgott ~ vgl. engl. Tuesday). Wieder 2 überspringen: Merkur ~ Mercredi, Mercoledi. Der dt. Name Mittwoch geht auf die ahd. Missionierung zurück, die wie bei Sonnabend/Samstag Anklänge an vorchristliche Gottheiten zu eliminieren suchte. Die englische Bezeichnung „wednesday“ gibt aber noch die ursprünglich germanische Bedeutung „Wotanstag“ oder „Tag des Wotan“ wieder. Jupiter ~ frz.Jeudi, ital.Giovedi; germ.Donar entspricht Jupiter, daher dt. Donnerstag, engl. Thursday. Venus ~ Vendredi, Venerdi; germ. Freya entspricht Venus, daher Freitag bzw. Friday. Zu Saturn vgl. Saturday (engl.) bzw. nach dem Schabbat: Samstag. Der Begriff Sonnabend geht wie Mittwoch auf die ahd. Missionierung zurück und wird vor allem im Mittel- und Norddeutschen Sprachraum verwendet.
Im germanischen Kulturkreis sind die Namen nicht so offensichtlich erhalten wie in den romanischen Sprachen, der Heimat der klassischen, latinisierten Planeten- bzw. Götternamen. Die Germanischen Götternamen entsprechen aber in ihrer Bedeutung den romanischen; so sind z. B. Freya (für Freitag) und Venus (für venerdi, vendredi) „inhaltlich“ Verwandte.
Wann und von wem die noch heute übliche Zählung der Wochentage zum ersten Male festgelegt wurde, kann nicht zurückverfolgt werden.
Unsere heutige Siebentagewoche löste unter orientalischem Einfluss, schon mit der römischen Kaiserzeit beginnend (44 v. Chr.), das altrömische Nundinum ab. Inwieweit die caesarianische Kalenderreform dafür maßgebend war, bedarf weiterer Ausführungen.
Es gibt keine Hinweise, dass die Abfolge der sieben Wochentage jemals unterbrochen worden wäre, auch nicht durch die Kalenderreform. Damit stellt sie den regelmäßigsten Bestandteil des Julianischen, sowie des gregorianischen Kalenders dar.
Zählweise nach DIN 1355 / ISO 8601
Die deutschsprachige Kalender-Industrie hält sich ausnahmslos an die internationale Norm ISO 8601 (1973), die als letzten Tag der Woche den Sonntag bestimmt, statt des Samstags/Sonnabends/Sabbats, wie es in der jüdisch-christlich-islamischen Tradition üblich ist.
Im Geltungsbereich der Normen des DIN Deutschen Instituts für Normung e. V. werden seit 1976 durch Normung folgende Regeln empfohlen:
- Jeden Montag und nur montags beginnt eine neue Kalenderwoche.
- Die erste Kalenderwoche ist diejenige, die mindestens 4 Tage des neuen Jahres enthält.
Aus diesen Punkten ergeben sich folgende Eigenschaften:
- Es gibt keine unvollständigen Kalenderwochen, ausnahmslos jede KW enthält genau 7 Tage.
- Jedes Jahr hat entweder 52 oder 53 Kalenderwochen.
- Ein Jahr hat genau dann 53 Kalenderwochen, wenn es mit einem Donnerstag beginnt oder endet:
- Ein Normaljahr mit 53 Wochen beginnt und endet an einem Donnerstag.
- Ein Schaltjahr mit 53 Wochen beginnt entweder an einem Mittwoch und endet somit mit Donnerstag oder beginnt an einem Donnerstag und endet an einem Freitag.
- Der 4. Januar liegt immer in Kalenderwoche 1.
- Der 29., 30. und 31. Dezember können schon zur ersten Kalenderwoche des Folgejahres gehören.
- Der 1., 2. und 3. Januar können noch in der letzten Kalenderwoche des Vorjahres liegen.
- Der Donnerstag ist ausschlaggebend, zu welchem Jahr die Woche gezählt wird. Liegt er im neuen Jahr, ist es die Kalenderwoche 1.

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